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  • The Girl and the Blog: Selbstoptimierungswahn – “Das bessere Ich”

    The Girl and the Blog: Selbstoptimierungswahn – “Das bessere Ich”

    Jeden morgen meditieren, Öl ziehen, 15 Minuten aufräumen nach Marie Kondo, Journaling und Dankbarkeitstagebuch, die selbstgemachte frische Acai-Bowl, schminken, anziehen und bevor es zur Arbeit ins Büro geht noch zum Sport oder mit dem Hund raus oder die Kids zur KiTa bringen: Würde ich diese Morgenroutine jeden Tag durchziehen, so würde mein Wecker wohl um 4 Uhr nachts klingeln. Die “perfekte” Morgenroutine, die viele Magazine so bewerben ist für mich purer Stress. Ja, ich mag es zu meditieren, eine Acai-Bowl ist sehr lecker und es wäre super, wenn ich mich jeden morgen für Sport motivieren könnte, doch die Realität sieht anders aus: Oft stehe ich viel zu spät auf, das Frühstück besteht aus Kaffee mit einem Schuss Milch und meine sportlichste Betätigung ist der Sprint ins Büro. Seid einiger Zeit meditiere ich tatsächlich jeden Morgen und bin Fan davon – diese 10-15 Minuten sind ein wichtiger Bestandteil des Start in den Tag für mich, die mich erden und mich gelassener im Alltag machen. Trotzdem schaffe ich es nicht noch zusätzlich jeden Morgen Sport zu machen oder mir einen Smoothie zu mixen und fühle mich deswegen richtig schlecht. Was stimmt mit mir nicht, dass ich nicht schaffe, was für andere eine scheinbar machbare Morgenroutine ist?

    Die Frage die ich mir aber vielleicht eigentlich stellen sollte ist doch diese: Muss ich denn überhaupt eine perfekte, engmaschige Morgenroutine haben? Wen interessiert es denn, ob ich morgens Räucherstäbchen anzünde oder nicht? Nur mich. Und da liegt wohl auch schon die Wurzel meines Übels: Ich treibe es oft viel zu weit mit meiner Selbstoptimierung. An mir gibt es ständig etwas, was ich irgendwie besser machen kann. Zur Zeit ist es mein Instagram-Profil, welches ich mit einem Coaching überarbeite. Außerdem setze ich es mir als Ziel jeden Monat mindestens einen LinkedIn-Artikel zu veröffentlichen, meine Ziele für jeden Monat zu formulieren, unbedingt noch eine Sprache zu lernen und mindestens noch 2 Coachings und ein Yoga-Retreat in diesem Jahr zu machen – Alles für das “bessere Ich” of course. Bücher lesen, Podcast hören, YouTube-Tutorials über ETF-Anlagen gehören für mich zum Alltag, denn irgendwie sollte man sich weiterbilden um mitreden zu können. Ich spende, schreibe Briefe nach Thailand an mein Patenkind, bin ehrenamtlich aktiv und dabei ist meine Küche natürlich immer aufgeräumt.

    Ich bin nie zufrieden mit meiner Garderobe und nehme mir jede Woche mehrmals vor alles wegzuschmeißen und mich komplett neu auszustatten – besser, schöner, qualitativer. Deswegen bin ich meist pleite, obwohl ich ja innerlich versuche zu sparen und habe einen Kleiderschrank voll mit Dingen, die ich eigentlich nicht mag. Ich nehme Tabletten für Haut, Haare und Nägel, meide Zucker und Alkohol – und trinke trotzdem 4 Tassen Kaffee am Tag. Ich mime die starke Powerfrau wenn mir nach einem 16-Stunden-Tag nur zum weinen ist und ich am liebsten ganz weit weg von allem sein will und bin trotzdem am nächsten Tag wieder um 8 im Büro, denn “der frühe Vogel fängt den Wurm”.

    Eigentlich bin ich nie fertig mit dem Projekt “Selbstoptimierung”.

    Und wenn ich mir diesen Text so durchlese, muss ich lachen. Ich soll eigentlich einen Kooperationstext schreiben und merke, dass ich vollkommen vom Thema abgekommen bin. Ich entscheide, diesen Text als Kolumne zu veröffentlichen und meine Gedanken mit euch zu teilen. Und ich denke, dass es sicher mehr Leuten da draußen so geht. Vielleicht ist es gerade das was uns ausmacht – sich immer wieder selbst herauszufordern und neu zu erfinden. Und mit dieser Erkenntnis fällt es mir viel leichter, mich und meinen Selbstoptimierungswahn anzunehmen. Auch dies hier niederzuschreiben und mit euch zu teilen hilft mir und vielleicht gibt es ja auch Feedback von euch, dass es euch ähnlich geht? Ich würde es mir wünschen, dass ich nicht ganz allein gefangen bin im Selbstoptimierungswahn.

    Was man dagegen tun kann, gegen das ständige verbessern und weiterentwickeln? Es zu stoppen fühlt sich falsch für mich an, denn ich will an mir arbeiten, Dinge verstehen, sie für mich nutzen und besser machen. Aber ich kann es entspannter angehen. Ich kann einen Schritt vor den anderen setzen und mich selbst lieb haben, für all das was ich tue und schon getan habe. Ich kann außerdem darauf vertrauen, dass es schon irgendwie genau so kommen wird, wie es kommen soll (so ist es nämlich immer). Ich kann aufhören mich zu vergleichen und allen anderen viel Glück auf ihrem eigenen Weg wünschen. Ich kann loslassen und abgeben. Ich muss gar nichts. Ich kann.

    Fotos: Mathias Radke Photography

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    4 Kommentare

    1. Januar 9, 2020 / 16:04

      Sehr schön geschrieben Rabea und ich glaube es geht wirklich vielen so. Ich hab auch immer 1345345 to dos auf meiner Liste und will dabei irgendwie alles unter einen Hut kriegen. Aber irgendwie schaffe ich das auch 95% der Fälle. Der Gegner gegen den inneren Schweinehund ist mein schwarzer Stift. Alles aufgeschriebene wird dann auch gemacht. Was nur manchmal dabei fehlt die ist Zeit für kreative Gedanken, damit ich kreativ schreiben kann.
      Ich glaub das wichtigste ist nicht nach links und rechts zu gucken, sondern sein eigenes Ding zu machen. Furchtbar schwer, aber auch furchtbar befreiend.

    2. Januar 9, 2020 / 16:38

      Ich finde mich absolut wieder in deinen Zeilen! Zu oft vergleicht man sich mit anderen, schaut nach links und rechts was andere tun und lässt sich nicht selten von Social Media beeinflussen und blenden. Wieso schaffen das andere und ich nicht? Aber wir haben es alle selbst in der Hand und sollten vielleicht erstmal damit anfangen, daran zu arbeiten unsere eignen kleinen und großen Ziele zu verwirklichen, bevor wir anfangen den Maßstäben anderer hinterherzueifern.
      Ich glaube das können wir schaffen 🙂

      Liebe Grüße
      Katharina

    3. Dezemberliebe
      Januar 9, 2020 / 17:28

      Wow .. so toll geschrieben. Bin begeistert von dem Beitrag !!!! Und ja … du kannst … deinen Weg gehen und wenn auch mal 2 Schritte zurück. Wen stört es … dem Reiskorn in China das runterfällt… nein , nur du musst zufrieden mit dir sein. Lg M

    4. Januar 10, 2020 / 19:52

      Sehr gut geschrieben, mit der nötigen Portion Humor dass man wirklich schmunzeln muss und sich an der ein oder anderen Stelle sicherlich wieder erkennt. Ich bin tatsächlich nicht so in einem Optimierungswahn und buche Retreats oder Coachings (wobei ich über ein Coaching zur Kommunikation im Job schon nachgedacht habe), aber zurfieden mit sich ist man doch in den seltensten Fällen. Man hätte immer noch mehr geben können, mehr machen können usw. Aber ich frage mich manchmal auch “Muss man sich wirklich optimieren”? Kann man nicht auch mit dem zufrieden sein, wie es gerade ist oder wer man gerade ist?
      Manche dieser Dinge habe aber auch ganz klar für mich geregelt und das funktioniert bestens. Morgenroutine? Habe ich! Dauert genau 25 Minuten. Aufstehen, Gesicht ordentlich reinigen, frisch machen, Anziehen, schminken, Meal Prep fürs Büro packen und raus – mehr brauche ich morgens nicht.
      Ich bin schon auf deine Journey gespannt!
      Liebste Grüße aus München,
      Emilie von LA MODE ET MOI

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