48 Stunden in Arnheim und Nimwegen: Städtetrip ins andere Holland

48 Stunden in Arnheim und Nimwegen: Städtetrip ins andere Holland

Die Niederlande gehören seit jeher zu einem meiner Lieblingsländern. Zum Teil liegt dies sicher an der Nähe zu NRW, aber ich mag auch die Gelassenheit der Niederländer und den Stil was Kleidung oder Interior angeht. Holland ist vielfältig: Ob man ans Meer will, radeln oder einen Citytrip plant – hier findet man alles, außer Berge. Ich habe euch hier auf dem Blog schon mal über unsere Reise ins „andere Holland“ berichtet – eine Region, die noch nicht ganz so überlaufen ist, wie die großen holländischen Städte und über besonders viel Weite und Natur verfügt. Hier könnt ihr noch mal alles zu meinem Trip in die Veluwe nachlesen.

Und eben weil ich Holland so gern habe, ließ ich mich nicht lange bitten, als es hieß: Auf ins andere Holland – erkunde doch mal zwei neue Städte! Zusammen mit meiner Reisebegleitung, die auf den Namen Mama hört, ging es also an einem Freitag nach der Arbeit los – ins andere Holland.

„Das andere Holland“, das sind die Gebiete Overijssel und Gelderland und was ihr dort alles erleben könnt, zeigt euch ein cooler Trailer auf dieser Seite zum Städtetrip ins andere Holland. Na, Lust bekommen? Dann fangt doch am besten direkt mit den Städten Arnheim und Nimwegen an. Beide Städte liegen nur knapp hinter der deutschen Grenze und bieten Unterhaltung, Natur, Kultur und jede Menge kulinarische Köstlichkeiten. Ich nehme euch in diesem Reiseguide mit und gebe euch ein komplettes Programm für 2 Tage Städtetrip nach Arnheim und Nimwegen mit. Ihr könnt einfach unserer Route folgen oder euch nur einzelne Stationen herauspicken. Ganz wie ihr mögt. Also los geht’s ins andere Holland!

1. Tag: Anreise und Arnheim

Am Freitagmittag ging es nach Arnheim. Arnheim ist die Stadt der Mode und des Designs in den Niederlanden. Im Modekwartier finden sich unzählige kleine Boutiquen und handgemachte Designerware, aber auch die Shoppingstraße in der Innenstadt lädt zum Bummeln ein. Wer von dem ganzen Trubel irgendwann genug hat, kann es sich im Sonsbeek-Park gemütlich machen. Hier starteten wir unser Wochenende im anderen Holland.

Anreise und Unterkunft in Arnheim

Arnheim liegt nur wenige Minuten hinter der Grenze und ist nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit der Bahn erreichbar. Der super moderne Bahnhof liegt zentral in Arnheim und von dort aus kann man die Innenstadt in wenigen Gehminuten erreichen. Parken lässt es sich dort am Bahnhof auch am besten. Wir haben unser Auto dort für zwei Tage untergestellt und haben knapp 30 Euro bezahlt. Spätestens wenn man in der Tiefgarage angekommen ist, merkt man, dass die Stadt für Design und Mode bekannt ist, denn die Parkebenen sind nach „Mode“ oder „Tanzen“ benannt.

Adresse der Tiefgarage: Parkeergarage Centraal, Willemstunnel 1, 6811 KZ Arnhem, Niederlande

Unser Hotel, das ibis Styles, liegt direkt am Bahnhof und wir waren sehr angenehm überrascht von der schicken und modernen Einrichtung und dem sehr fairen Übernachtungspreis. Man ist wirklich direkt zentral in Arnheim und kann alles bequem zu Fuß erreichen. Restaurants sind in unmittelbarer Umgebung und das Frühstück oben im 5.ten Stock ist auch sehr üppig. Natürlich gab es auch meinen geliebten „Hagelslag“, also die leckeren Schokostreusel.

Tipp: Unbedingt von der Dachterrasse  aus das Panorama der Stadt genießen.

Abendessen in Arnheim

Nachdem wir eingecheckt hatten ging es nun endlich los und wir machten uns direkt zu Fuß auf in den Sonsbeekpark – den Stadtpark von Arnheim, der so groß ist, dass wir nur einen winzigen Teil davon zu Fuß entdecken konnten. Wir spazierten an Häuserreihen vorbei, die mich an San Francisco erinnerten und ich war doch sehr erstaunt, wie hügelig Holland sein kann. Ist man sonst ja nicht so gewöhnt, aber es ist halt eben alles ein bisschen anders hier im anderen Holland 😉

Eine tolle Location für ein Abendessen ist dann die Stadsvilla Sonsbeek, die mitten im Park liegt und von deren Terrasse man einen schönen Blick ins Grüne hat. Hier gab es für uns ein leckeres Abendessen und ich musste feststellen, Spargel können die Holländer mindestens genauso gut wie wir Deutschen. Lecker!

Die Stadsvilla Sonsbeek ist auch daher eine tolle Location für ein Abendessen, weil man sich danach im Park herrlich die Beine vertreten kann. Ein bisschen verwunschen ist es im Sonsbeek-Park – ein Teich mit Enten, viele kleine Wege, deren Ende man nicht sehen kann, Jogger, Familie, Studenten, die picknicken – ein schönert Ort um zu verweilen. Für uns ging es allerdings nach einem ausgedehnten Spaziergang zurück ins Hotel – ausschlafen für den nächsten Tag!

2. Tag: Arnheim – Modekwartier, Eusebiuskirche und mehr!

Ein Rundgang durch das Modekwartier Arnheim

Nach dem leckeren Frühstück freuten wir uns auf den nächsten Programmpunkt: einen Rundgang durch das Modekwartier in Arnheim. Eine der Modedesignerinnen aus dem Quartier, Carolien Evers, erwartete uns schon und bei einem Kaffee erfuhren wir, dass es im Modekwartier nicht nur unzählige Boutiquen und kleine Lädchen gibt, sondern auch ein echtes Modehotel. Die Zimmer im Hotel Modez sind alle unterschiedlich gestaltet und Modedesigner*innen und Künstler*innen haben die Räume eingerichtet. So auch Carolien. Cool, oder? Vielleicht ist das ja auch eine spannende Unterkunft für euch?

Wir spazierten ungefähr 2,5 Stunden zusammen mit Carolien durch die kleinen Shops und konnten uns an den unterschiedlichen Produkten kaum satt sehen. Durch unseren Tourguide erfuhren wir auch immer noch mehr Hintegrundwissen zu den einzelnen Designer*innen, denn Carolien kannte so gut wie jeden dort persönlich. Es ging geschäftig zu, denn die Vorbereitungen für die lange Nacht der Mode, die abends dort stattfinden sollte, liefen. Zehntausende Menschen, die sich für Mode, Kunst und
Design interessieren, reisen jährlich aus der ganzen Welt zur Nacht der Mode an. Bei Modenschauen, Workshops, Mini-Ausstellungen und Performances zeigen die rund 60 Boutiquen des Modekwartiers
was sie entwerfen und produzieren. Wir konnten leider aus Zeitgründen nicht teilnehmen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Nacht der Mode ein echtes Highlight ist!

Ich kann euch bei eurem Besuch in Arnheim nur unbedingt empfehlen einen Abstecher ins Modekwartier zu machen und die tollen Boutiquen dort zu besuchen. Neben selbstgemachter Seife, Designermode und Second-Hand-Schätzen, findet man hier auch süße Cafés und Restaurants.

Führung in der Eusebiuskerk und Foto auf dem gläsernen Balkon

Nach unserem Besuch im Modekwartier mussten wir uns erst mal stärken. Das geht dort am besten im Eetwinkel Stroom bei Estée Strooker, der ersten Gewinnerin des Fernsehprogramms MasterChef NL. Hier gibt es frische und saisonale Speisen – am liebsten direkt vom Bauernhof. Wer vom Frühstück noch satt ist: Es gibt auch leckeren Kuchen und Kaffee!

Am Nachmittag wollten wir die Arnheimer Innenstadt genauer unter die Lupe nehmen und belohnten uns erst mal mit einer ausgiebigen Shoppingtour. Das Zentrum ist sehr belebt, es gibt viele Stores und große Ketten, aber auch hier immer mal wieder kleine Boutiquen, tolle Interior-Läden und vor allem eine schöne Architektur. Klar, dass bei einem Citytrip das Shopping nicht zu kurz kommen darf und wie schon anfangs gesagt, finde ich den Stil der Niederländer*innen beneidenswert. Bei denen sieht einfach immer alles cool aus 😉

Wenn ihr eh schon in der Stadt seid, befindet ihr euch im Zentrum direkt auch an der Eusebesiuskerk  – ein absolutes Must-See, wenn ihr in Arnheim seid! Die Kirche ist seit über 500 Jahren prägend für Arnheim und wurde 1944 in der Schlacht um Arnheim im zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte ebenfalls im gotischen Charakter und heute kann man die Kirche und eine der größten und schwersten Kirchenglocken Europas besichtigen. Für 11 Euro könnt ihr den Kirchturm hinauf und euch mit einem Audioguide die Geschichte zum Brand und Wiederaufbau der Kirche anhören. Die meisten Touristen kommen aber weniger während der Führung, sondern viel mehr wegen der zwei gläsernen Balkone, die in der Kirche eingelassen sind und einen spektakulären Ausblick 60 Meter über der Stadt bieten. Wer hier steht muss definitiv schwindelfrei sein. Für mich war es eine ganz schöne Überwindung, aber auch ein cooles Gefühl! Probiert es unbedingt aus!

Besuch des Rozet

Unser letzter Programmpunkt an diesem Tag – und auch eine Empfehlung, wenn ihr schon in der Innenstadt seid – war ein Besuch im Rozet. Das Rozet ist eine Art Gemeinschaftshaus für die Büger*innen von Arnheim. Hier kann man sich zum Lernen auf die Dachterrasse setzen, Handwerkskurse- oder Tanzunterricht belegen, Präsentationen oder Debatten lauschen, Auftritte anschauen oder in der Bücherei schmökern. Das Rozet ist der Mittelpunkt für Kultur, Wissen und Bildung in Arnheim und in der fünften Etage befindet sich eine tolle Panoramaterrasse mit wunderschönem Blick auf die Stadt.

Außerdem beherbergt das Rozet eins der größten Erbschaftszentren in Arnheim. Hier findet man alte Literatur über die Stadt und spannende Artefakte. Sogar einen abgeschlossenen Gewölbekeller mit jahrhundertealter Literatur gibt es! Das Kellergeschoss ist deshalb unbedingt zu empfehlen.

3. Tag: Nimwegen

Nimwegen (oder Nijmegen auf holländisch) ist die älteste Stadt in den Niederlanden. Doch wer hier nach alten Gemäuern und historischen Gebäuden sucht wird eher enttäuascht. Die gibt es zwar auch, aber wenn man durch die Straßen streift, merkt man, dass Nimwegen sich doch ziemlich jung und gesellig gibt. Ein toller Ort, der sich für einen Tagesausflug, Städtetrip oder Wochenendausflug lohnt!

Mit dem Auto ist man aus Arnheim in knapp 20 Minuten in Nimwegen. Also nahmen wir Abschied von Arnheim, packten unsere Koffer ins Auto und fuhren nach Nimwegen. Unser Auto haben wir in der Tiefgarage am Eiermarkt abgestellt. Hier ist man sehr zentral und kann gut die Nimwegener Innenstadt sowie auch den Hafen und das angrenzende Naturgebiet erreichen. Hier führte uns der Weg als Erstes hin.

Spaziergang durch die Natur – direkt in der City

Das andere Holland ist, wie der Name schon sagt, ein bisschen anders. Natürlich gibt es auch hier Fahrräder und Frites, aber vor allem gibt es hier eins: Ganz viel Natur – mitten in der Stadt. Wie auch in Arnheim, so hat Nimwegen ebenfalls ein großes Naturschutzgebiet mitten im Stadtzentrum. Nur wenige Gehminuten ist das Naturgebiet Ooijpolder entfernt. Sobald man über die weiße Waalbrücke gegangen ist, ist man im Grünen. Über die Fußgängerbrücke Ooyport gelangt man direkt in eine andere Welt: Kilometerlange Weite, die nur ab und zu von einem Bauernhof oder Kühen unterbrochen wird. Das Gebiet liegt direkt an der Waal – dem Fluss, der durch Nimwegen geht. Hier kann man sich auch wundervoll am Strand niederlassen. Vielleicht auch ein schöner Ort für ein Picknick? Nur seinen Müll sollte man nach dem Besuch wieder mitnehmen, damit man noch lange Freude am Naturgebiet hat. Praktisch, dass die Holländer mitdenken und direkt am Eingang vom Ooijpolder kostenlose Mülltüten zum mitnehmen anbieten.

Geheimtipp Opoe-Sientje: Kaffee auf einem alten Schiff!

Ein absoluter Geheimtipp in Nimwegen am Hafen ist das Opoe-Sinetje. Ein altes Plattenbootschiff, auf dem man leckere Drinks, kleine Snacks und guten Kaffee bekommt. Hier kann man wunderbar einkehren nach einem Spaziergang im Ooijpolder.

Auf dem Schiff kann man übrigens auch übernachten und in einer echten Kajüte schlafen. Die Räume sind liebevoll eingerichtet und verfügen über ein eigenes Bad. Ab 75 Euro die Nacht kann man sich hier wie damals auf großer See fühlen. Ohne Schiffschaukeln versteht sich 😉 Ich möchte unbedingt noch mal im Winter wiederkommen, denn unter Deck versteckt sich ein super gemütlicher Aufenthaltsraum mit Sofas und einem echten Kamin!

Geheimtipp: Honigkomplex und Restaurant „Meesterproef“

Nach unserem Besuch bei Opoe-Sientje besuchten wir die Nimweger-Innenstadt, wo die meisten Geschäfte auch sonntags geöffnet sind. Hier kann man wunderbar bummeln und das schöne Rathaus bewundern.

Wie ihr wisst: Einkaufen macht hungrig und deshalb ging es am Sonntagmittag für einen späten Lunch noch in den sogenannten Honigkomplex. Wir mussten die kurze Strecke mit dem Auto zurücklegen und waren doch etwas überrascht, als wir den leicht heruntergekommenen Komplex sahen. Waren wir hier wirklich richtig? Adresse gecheckt, ja, hier sollten wir hin. Wir parkten das Auto und liefen dann erst mal etwas ziellos in der Gegend herum, bis wir den Eingang zum hinteren Teil der Industrieanlage fanden. Hier erwartete uns ein ganz anderer Anblick als vorne: Urbane Cafés und Restaurants liegen im hinteren Teil des Komplexs. Mit einem wunderschönen Blick auf die Waal kann man hier richtig cool lunchen oder abends ein paar gute Drinks mit Freunden genießen. Wir hatten außerdem das Gefühl, dass hier wenig Touristen, aber umso mehr Einheimische zu finden sind. Wenn ihr also abseits der bekannten Wege einen tollen Fleck zum Verweilen sucht, dann probiert doch mal das „De Meesterproef“ aus. Der Industriecharme des Restaurants ist einzigartig und die traditionellen Gerichte neu interpretiert. Wir hatten eine vegetarische Lunchplatte mit einer Gemüsefrikadelle, ein super leckeres Bruschetta und Gemüse-Quiche. So gut!

Nach dem späten Mittagessen traten wir die Heimreise an und verabschiedeten uns vom anderen Holland – natürlich nicht ohne direkt mal zu besprechen: Wann kommen wir wieder und welche holländische Stadt erkunden wir als nächstes? Ihr dürft gespannt sein …

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