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Eine Reise in „das andere Holland“ ...

Eine Reise in „das andere Holland“ – 48h Stunden in der Veluwe

Holland – ein Land, dass ich bestimmt schon über 100 mal bereist habe. Ungelogen. Schon als Kind bin ich mit der Familie nach Holland gereist, habe auf der holländischen Insel Texel das Fahrrad fahren gelernt und das erste Mal Frikandel probiert, habe in Renessee Party gemacht und Urlaub mit Hund und Familie in einem der vielen holländischen Center Parcs gemacht. Auch als ich älter wurde, fuhren wir oft ins Nachbarland. Schließlich liegen Roermond, Maastricht und Venlo alle gerade mal eine Autostunde von meiner Heimatstadt entfernt.

Ich liebe Holland.

Das Land hat etwas beruhigendes und wahrhaft schönes. Die Menschen dort sind immer hübsch gekleidet, ausnahmslos freundlich und so entspannt. Außerdem gibt es dort immer so viele tolle Dinge zu entdecken, die es erst nach und nach nach Deutschland schaffen (Lakritze, Cola Zero Vanille, HEMA …). Als ich also gefragt wurde, ob ich mal „das andere Holland“ kennenlernen wolle, war ich sofort interessiert und sagte liebend gerne ja, zu einem Besuch in der Veluwe. Die Veluwe ist eigentlich ein großes Waldgebiet, quasi ein Nationalpark. Das Gebiet in dem sie liegt, nennt sich Gelderland. Auch wenn ich schon oft in Holland war, so habe ich von dieser Region tatsächlich bisher nie etwas gehört oder mitbekommen. Umso spannender fand ich es mal ein paar Tage dort zu verbringen. Anfang Oktober war es dann soweit. Als es losging wussten wir noch nicht, dass uns eins der besten Wochenenden in diesem Jahr bevorstand. Schnappt euch einen Tee und lest diesen Reisebericht – ich verspreche, ihr werdet es nicht bereuen und spätestens nach diesem Bericht auch unbedingt einmal in das andere Holland verreisen wollen! Und wen ich noch nicht überzeugt habe: Klickt bitte kurz mal auf die Website von Visite Veluwe und schaut euch das wunderschöne Titelbild an … ist das nicht Grund genug weiterzulesen bzw. die Veluwe zu besuchen? Ich meine schon! Das Schönste an dem Bericht: Ihr könnt eigentlich alles genau so machen, wie es auch in unserem Programm vorhergesehen war. So habt ihr schon ein ideales Reiseprogramm für ein Wochenende. Super, oder? Also, los geht’s!

Tag 1: Hansestadt Deventer & Thermen Bussloo

„Deventer ist eine Stadt am Fluss, die etwas lebendiges und frivoles hat.“

Genau so haben wir Deventer wahrgenommen. Ein kleines Städtchen, in dem man sehr gut seine Zeit verbummeln kann. Es gibt viele süße Kaffees, eine hübsche Innenstadt und man ist sofort an der Ijssel. Hier durften wir auch unser Mittagessen einnehmen. Mit Blick auf die Stadt! Es gibt wohl kaum einen schöneren Ausblick auf Deventer. Zudem muss man sagen, dass das Ijsselhotel Sandton als Lunch- oder Dinnerlocation absolut perfekt ist: Hier gibt es nicht nur köstliches Essen (wir hatten einen Hummersalat!) sondern auch cooles Design und tolle Drinks.

Nach dem Mittagessen ging es für uns weiter. Kaum 15 Minuten entfernt liegen die Thermen Bussloo – ein schickes Hotel mit eigener Therme. Der Ort ist wohl kein Geheimtipp mehr, denn auch viele Deutsche hatten sich dort über das Wochenende eingebucht. Kein Wunder, denn die Zimmer sind wunderschön und überall duftet es angenehm. Das Hotel ist ein wahrer Spa-Traum, mit Chill-Sofas, eigenem Yoga-Raum und einer riesigen Sauna- und Wellnessanlage. Im Sauna- und Badebereich konnte ich natürlich keine Fotos machen, aber macht euch doch hier einfach mal einen Eindruck von der tollen Wellnesslandschaft. Unser Highlight war eindeutig die Salzgrotte. Hier kann man sich Dank des hohen Salzgehaltes wortwörtlich auf dem Wasser treiben lassen und der sanften Unterwassermelodie lauschen. Entspannung pur!
Abends bietet das hoteleigene Restaurant ein mehrgängiges Menü an, was uns sehr gut geschmeckt hat. Auch das Frühstück am nächsten Morgen war sehr gut sortiert und lecker – aromatisiertes Wasser, frische Pancakes und Eiergerichte – dazu knuspriges Brot und bunte Früchte. So lecker!

Tag 2: Fahrradtour durch das Gelände von Radio Kootwijk & Schloss de Essenburgh

Gut gestärkt ging es nach dem Auschecken in den Thermen Bussloo zu unserem nächsten Programmpunkt nach Kootwijk. Hier wurden wir sehr freundlich von John empfangen, einem der Mitarbeiter vom Café und Restaurant ‚t Hilletje. Es warteten schon zwei Fahrräder auf uns, mit denen wir uns dann auf machten, die Veluwe und „das andere Holland“ zu entdecken. Der Nationalpark De Hoge Veluwe steckt voller Überraschungen, denn neben dem großen Waldgebiet, erstreckt sich inmitten von Kootwijk ein riesiges Gelände aus Heidefeldern und Sand. In der Mitte dieses Gebiets steht die monumentale Sendestation von Radio Kootwijk. Zu Kootwijk muss man wissen, dass auf dem Gelände ab 1923 ein Radiosender errichtet wurde – Radio Kootwijk – welcher dazu diente mit Niederländisch-Indien in Kontakt zu treten. Es wirkt etwas gespenstisch, wenn man sich der Radiostadion mit dem Rad von hinten nähert und erinnert an ein verlassenes Gebäude aus „The Walking Dead“. Der alte Radiosender, zusammen mit der Umgebung und dem Wechsel von Wald und Heide sind absolut einmalig und wir kamen aus dem Staunen über die Schönheit der Natur hier im „anderen Holland“ nicht mehr heraus. Als wir nach gut 2,5 Stunden wieder am schönen Gasthaus ‚t Hilletje ankamen, konnten wir uns dort bei schönstem Sonnenschein das wohlverdiente Mittagessen schmecken lassen. Und jetzt aufgepasst: Ihr müsst unbedingt das leckere Brot mit Ziegenkäse probieren. Wirklich! Das war so unfassbar lecker, dass ich es noch mal erwähne: Probiert es. Wirklich. Echt jetzt. Es ist super! Generell war das Essen in dem kleinen Gasthaus sehr lecker. Meine Freundin aß die in Holland heißgeliebten Bitterballen und schwört bis heute, dass sie noch nirgends bessere gegessen hat. Na, ist das ein Wort?

Wenn ihr nur eine Sache aus diesem Reisebericht mitnehmt, dann bitte diese: Fahrt an einem schönen Tag nach Kootwijk, mietet ein Rad bei ‚t Hilletje und genießt nach einer schönen Radtour durch die Veluwe ein leckeres Essen bei Gastgeber Tom. Ihr werdet es lieben. Versprochen!

Auch wenn wir liebend gerne im ‚t Hilletje geblieben wären, so warteten ja noch weitere spannende Programmpunkte auf uns. So machten wir uns auf nach Harderwijk. Einer kleinen Stadt, die direkt am Veluwemeer liegt und früher als Fischerdorf fungierte. Um mehr über die Stadt zu erfahren, erkundeten wir das Stadtmuseum Harderwijk. Leider waren alle Beschreibungen und Audio-Exponate ausschließlich auf Holländisch, so dass wir uns die Geschichte etwas zusammenreimen mussten 😉 Gut, dass am letzten Tag aber noch eine kleine Führung durch die Stadt anstand, so war das nicht all zu schlimm. Nach dem Besuch des Museums waren wir bereit für eine kleinen Nachmittagssnack und durften uns bei Kaffee und Kuchen im „Dikke Dirk“ stärken. Wir probierten uns durch das komplette Kuchenangebot – sehr lecker! Übrigens ist es im Dikke Dirk super schön eingerichtet und man kann dort abends direkt vom Grill saftige Burger und Steaks bestellen. Es könnte nun der Eindruck entstehen, dass wir eigentlich nur gegessen haben. Und dem war auch so. Aber sollte es nicht bei so einem schönen Wochenendtrip eben darum gehen? Die Zeit mit den Liebsten zu genießen und mit genießen meine ich essen, ohne zu bereuen oder auf die Kalorien zu achten, die Natur zu bestaunen und den Flair der Stadt zu erleben? Ich finde schon.

Nach dem Nachmittagskaffee ging es zum Check In ins Hotel Baars. Das Hotel liegt super zentral in der Innenstadt von Harderwijk und ist ein typisches Cityhotel mit geräumigen Zimmern und sehr nettem Service-Personal. An der Rezeption half man uns direkt weiter und bestellte uns ein Taxi, denn nach einem kurzen Outfit-Wechsel ging es direkt weiter zum Abendessen. Und das war nun wirklich eine Überraschung! Nur 10 Minuten Taxifahrt später standen wir direkt vor einem kleinen Schloss. Eine lange Zufahrt führte zu dem stattlichen Gebäude, welches von einer kleinen Parkanlage umgeben ist. Das Schloss de Essenburgh ist wahrlich eine Erscheinung – und man kann dort sehr gut essen! Unser 3-Gänge-Menü war wirklich fabelhaft und wir haben den Abend in dieser schönen Umgebung wirklich sehr genossen. Eine tolle Alternative, wenn man mal etwas außergewöhnlich dinieren möchte 🙂

Tag 3: Stadtführung durch Harderwijk

Auch wenn wir im Museum der Stadt Harderwijk nicht all zu viel verstanden haben, so konnten wir anhand der vielen Bilder und Exponate doch feststellen, dass die Stadt Harderwijk wohl mal eine Fischerstadt war. Nach unserem Frühstück im Hotel Baars erwartete uns auch schon unser persönlicher Stadtführer, mit dem wir den Ort erkundeten. Bei so einem Spaziergang durch die Stadt, nimmt man seine Umgebung noch einmal ganz anders wahr und es ist einfach spannend ein bisschen mehr in die Geschichte des Ortes einzutauchen. Spannend war es vor allem auch, weil uns unser Tourguide auch Türen öffnete, die für normale Besucher verschlossen bleiben. So nahm er uns mit in ein typisches Fischerhäuschen von früher und zeigte uns, wie die Menschen damals wohnten. Außerdem durften wir auch das Innere der alten Stadtmauer erkunden. Eine wirklich außergewöhnliche Tour die wir mit dem Nationalgericht der Holländer abschlossen: Frikandel und Fritten Spezial. Klar, oder? 😉

Egal ob Radfahren, Wandern, Kultur genießen, Wassersport oder einfach nur abschalten: In der Veluwe kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Wir durften bei unserem Programm ein reichhaltiges kulinarisches Angebot genießen, in der Therme entspannen, die Natur der Veluwe mit dem Rad entdecken und verschiedene Hansestädte erleben. Das Programm lässt sich problemlos ausdehnen. Wem aber nur wenig Zeit bleibt, der hat mit diesem Programm eine perfekte Grundlage für das „Ich-will-wiederkommen“-Gefühl, denn das bekommt ihr auf jeden Fall. Wir waren so angetan und berichteten zuhause so begeistert von unserem Aufenthalt, dass der Vater meiner Freundin bereits ein paar Tage später die Herbstferien in Harderwijk verbrachte. Er war begeistert. Und ihr werdet es auch sein.

Wart ihr auch schon mal in der Veluwe und kennt ihr „das andere Holland“?
Ich bin gespannt, ob es hier noch mehr begeisterte Veluwe-Fans gibt!


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  1. Brini

    8 November

    Oh ich bin absolut verliebt in deinen Bericht – das klingt alles so schön und ist echt eine super Inspiration für einen Wochenendtrip. Und das Essen sieht auch einfach echt verdammt gut aus!
    Liebe Grüße
    Brini

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